Menstruationstasse
MeLuna, OrganiCup, Lunette · Wiederverwendbarer Silikonbecher
Die Menstruationstasse ist ein wiederverwendbares Periodenprodukt aus medizinischem Silikon, das Menstruationsblut in der Scheide auffängt statt es wie ein Tampon aufzusaugen. Bei korrekter Anwendung bietet sie bis zu 12 Stunden Schutz, ist über Jahre wiederverwendbar und schneidet in unabhängigen Studien bezüglich Auslaufsicherheit mindestens gleichwertig zu Tampons und Binden ab.
Medizinisch geprüft
Fachlich freigegeben von Dr. med. Martin Kiebler, Facharzt für Gynäkologie — zuletzt aktualisiert am 02. Juni 2026.
ca. 25–30 ml (Standard-Größe)
Bis zu 10 Jahre
Ja
15–35 €
Handhabung
Die glockenförmige Tasse wird gefaltet eingeführt, entfaltet sich in der Scheide und bildet durch einen leichten Unterdruck einen dichten Sitz am Scheidengewölbe. Menstruationsblut sammelt sich im Inneren der Tasse, statt wie bei Tampons aufgesaugt zu werden – das erhält die natürliche Scheidenflora besser, da kein Feuchtigkeitsentzug stattfindet.
Fassungsvermögen & Tragedauer
Fassungsvermögen
ca. 25–30 ml je nach Modell und Größe (S/M/L). Zum Vergleich: Ein Super-Tampon fasst etwa 12 ml.
Tragedauer
Bis zu 12 Stunden bei normaler Blutung, bei starker Blutung 6–8 Stunden. Maximaldauer nicht überschreiten.
Anwendung Schritt für Schritt
- Passende Größe wählen: meist nach Alter, Geburten und Stärke der Blutung gestaffelt (Herstellerangaben beachten).
- Vor dem Einführen falten (C-Fold oder Punch-Down-Fold), einführen und drehen, bis sich die Tasse vollständig entfaltet.
- Alle 8–12 Stunden entleeren, mit Wasser oder mildem, parfümfreiem Reiniger auswaschen, wieder einsetzen.
- Vor und nach jedem Zyklus auskochen (ca. 5–10 Minuten) zur Desinfektion.
Pflege & Lebensdauer
Zwischen den Anwendungen mit Wasser oder mildem, parfümfreiem Reiniger auswaschen. Vor und nach jedem Zyklus 5–10 Minuten auskochen. Bei guter Pflege 5–10 Jahre haltbar. Austauschen bei Rissen, Verhärtungen oder Verfärbungen, die sich nicht mehr auswaschen lassen.
Vorteile & Nachteile
- Nachhaltig
- Bis 12 h tragbar
- Kein Toxic-Shock-Risiko wie bei Tampon
- Eingewöhnung nötig
- Unterwegs Reinigung schwierig
Risiken & Hinweise
TSS (Toxisches Schocksyndrom)
- Sehr geringes Risiko, deutlich niedriger als bei Tampons dokumentiert.
- Maximale Tragedauer von 12 Stunden nicht überschreiten.
Reizungen & Allergien
- Bei Silikon- oder Latexallergie möglich (sehr selten, meist bei minderwertigem Material).
- Auf zertifiziertes, medizinisches Silikon achten.
Spirale & Unterdruck
- Bei liegender Spirale kann der Unterdruck beim Entfernen die Spirale verschieben.
- Unterdruck vor dem Entfernen durch Zusammendrücken des Tassenbodens lösen.
- Rücksprache mit der Praxis in den ersten Monaten nach Einlage empfohlen.
Nachhaltigkeit
Eine Tasse ersetzt über ihre Lebensdauer geschätzt 2.000–3.000 Einwegprodukte (Tampons oder Binden). Deutlich reduziertes Müllaufkommen und geringerer Ressourcenverbrauch über den gesamten Nutzungszeitraum.
Kosten über Zeit
Einmalige Anschaffung 15–40 €. Über 5 Jahre gerechnet ergibt das ca. 3–8 € pro Jahr – im Vergleich zu 40–100 € jährlich für Tampons oder Binden.
Für wen geeignet — und wann eher nicht
Gut geeignet, wenn…
- Personen, die Plastikmüll und laufende Kosten durch Einwegprodukte reduzieren möchten
- Personen mit Wunsch nach langer Tragedauer (z. B. auf Reisen, bei sportlicher Aktivität, nachts)
- Personen, die eine Alternative zu Tampons ohne Trockenheitsgefühl suchen
Eher ungeeignet, wenn…
- Personen mit liegender Spirale, die den korrekten Umgang mit dem Unterdruck beim Entfernen noch nicht sicher beherrschen
- Personen, denen der Umgang mit der eigenen Menstruation über die Tasse zu unangenehm ist (psychologische Hürde, kein medizinischer Grund)
- Personen mit akuten vaginalen Infektionen bis zur Abheilung
Häufige Fragen
Quellen
- · van Eijk A.M. et al. Menstrual cup use, leakage, acceptability, safety and availability. Lancet Public Health 2019 (Cochrane-basiertes Update 2022)
- · BfArM – Medizinprodukte-Klassifizierung Menstruationstassen (Klasse I)
- · FSRH Clinical Guideline: Intrauterine Contraception (2023) – Hinweis zu Barrieremethoden bei liegendem IUP
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Individuelle Eignung sollte mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprochen werden.