Kupferspirale
Diverse Hersteller · In die Gebärmutter eingesetzte hormonfreie Spirale
Die Kupferspirale ist eine hormonfreie Langzeitverhütung, die von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt wird und dort je nach Modell 5–10 Jahre wirkt. Sie zählt zu den zuverlässigsten Methoden überhaupt, verändert aber häufig die Blutung und ist mit einem invasiven Eingriff zur Einlage verbunden.
Medizinisch geprüft
Fachlich freigegeben von Dr. med. Martin Kiebler, Facharzt für Gynäkologie — zuletzt aktualisiert am 02. Juni 2026.
Pearl-Index 0,3–0,8
Nein
3–10 Jahre
150–300 €
Wie wirkt diese Methode?
Kupferionen, die kontinuierlich vom Draht der Spirale freigesetzt werden, wirken toxisch auf Spermien und beeinträchtigen deren Beweglichkeit, sodass sie die Eizelle in der Regel nicht erreichen. Zusätzlich löst das Kupfer eine lokale Entzündungsreaktion in der Gebärmutterschleimhaut aus, die eine Einnistung zusätzlich erschwert. Der Eisprung selbst wird nicht unterdrückt.
Wirksamkeit im Detail
Perfekte Anwendung
0,1
Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahre
Typische Anwendung
0,8
Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahre
Die Kupferspirale hat kaum eine Lücke zwischen perfekter und typischer Anwendung, da nach der Einlage keine tägliche Mitwirkung nötig ist. Restrisiko entsteht vor allem durch unbemerkte Ausstoßung (Expulsion), die bei 2–6 % der Anwenderinnen im ersten Jahr auftritt.
Anwendung Schritt für Schritt
- Einlage durch eine Frauenärztin/einen Frauenarzt, meist während der Menstruation, wenn der Gebärmutterhalskanal etwas weiter ist.
- Nach der Einlage wird die Lage per Ultraschall kontrolliert; eine Kontrolle nach der ersten Periode wird empfohlen.
- Die Rückholfäden können selbst ertastet werden, um die korrekte Lage zwischen Kontrollterminen zu prüfen.
- Wirkdauer je nach Modell 5–10 Jahre; danach Wechsel oder Entfernung durch die Praxis.
Vorteile & Nachteile
- Hormonfrei
- Sehr zuverlässig
- Langfristig kosteneffizient
- Stärkere & längere Menstruation möglich
- Einsetzen kann schmerzhaft sein
Für wen geeignet — und wann eher nicht
Gut geeignet, wenn…
- Personen, die eine sehr zuverlässige Langzeitverhütung ohne Hormone wünschen
- Personen, die tägliche oder zyklische Einnahme vermeiden möchten
- Abgeschlossene oder aufgeschobene Familienplanung für mehrere Jahre
- Personen mit erhöhtem Körpergewicht, erhöhtem Thromboserisiko, Bluthochdruck und kardiovaskuläre Risikofaktoren (Kontraindikation gegen hormonelle Methoden)
Eher ungeeignet, wenn…
- Personen mit starken oder schmerzhaften Regelblutungen, da diese durch die Kupferspirale verstärkt werden können
- Akute Unterleibsentzündungen oder hohes Infektionsrisiko (z. B. häufig wechselnde Sexualpartner ohne Kondomschutz)
- Fehlbildungen der Gebärmutter, die eine sichere Platzierung verhindern
Nebenwirkungen & Schutz
Häufig
- Stärkere und längere Menstruationsblutungen
- Verstärkte Regelschmerzen, besonders in den ersten Monaten
- Zwischenblutungen in der Eingewöhnungsphase
- Ziehen im Unterbauch nach der Einlage
Selten, aber relevant
- Ausstoßung (Expulsion) der Spirale, v.a. im ersten Jahr
- Perforation der Gebärmutter bei der Einlage (ca. 1–2 pro 1.000 Einlagen)
- Aufsteigende Infektion, Risiko v.a. in den ersten 20 Tagen nach Einlage
- Bei Eintritt einer Schwangerschaft erhöhtes relatives Risiko einer Eileiterschwangerschaft
Wann diese Methode nicht eingesetzt werden sollte
- Akute oder rezidivierende Unterleibsentzündungen
- Unklare vaginale Blutungen
- Bestehende Schwangerschaft
- Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) oder bekannte Kupferallergie
- Angeborene oder erworbene Fehlbildungen der Gebärmutterhöhle, die eine korrekte Lage verhindern
Reversibilität & Kosten in DACH
Rückkehr der Fruchtbarkeit
Sofort reversibel nach Entfernung durch die Praxis. Die Fruchtbarkeit kehrt unmittelbar zurück, da kein hormoneller Einfluss auf den Zyklus vorliegt.
Kosten DACH
Deutschland: einmalig ca. 150–300 € für Material und Einlage, i.d.R. Selbstzahlerleistung (Ausnahmen bei Indikation oder geringem Einkommen über Härtefallregelungen möglich – Details bei der Krankenkasse erfragen). Österreich: ca. 150–350 €. Schweiz: ca. 200–350 CHF, üblicherweise nicht durch die Grundversicherung gedeckt.
Häufige Fragen
Quellen
- · S2k-Leitlinie Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung (AWMF 015-095, 08/2024)
- · WHO Medical Eligibility Criteria for Contraceptive Use, 5. Auflage (2015)
- · FSRH Clinical Guideline: Intrauterine Contraception (2023)
- · Trussell J. Contraceptive failure in the United States. Contraception 2011;83(5):397–404
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Individuelle Eignung sollte mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprochen werden.
Alternativen vergleichen
Minipille
1 Hormon (Gestagen), oral
Pearl-Index: Pearl-Index 0,4 (perfekt), 9 (typisch)
HormonellHormonspirale
In die Gebärmutter eingesetzte hormonhaltige Spirale mit 1 Hormon (Gestagen)
Pearl-Index: Pearl-Index 0,16-0,28 (je nach Modell - perfekt und typisch annähernd gleich)
HormonellVerhütungsring
Vaginalring mit 2 Hormonen (Östrogen + Gestagen)
Pearl-Index: Pearl-Index 0,4–0,65 (perfekt), 0,9-1,18 (typisch)
HormonellVerhütungspflaster
Pflaster mit 2 Hormonen (Östrogen + Gestagen)
Pearl-Index: Pearl-Index 0,3 (perfekt), 9 (typisch)