VerhütungStarkeEvidenzHormonell

Verhütungsring

· Vaginalring mit 2 Hormonen (Östrogen + Gestagen)

Der Verhütungsring enthält wie die Kombipille Östrogen und Gestagen, gibt die Hormone aber kontinuierlich über die Scheidenschleimhaut ab. Er wird für 3 Wochen eingelegt und dann für eine ringfreie Woche entfernt, wodurch die tägliche Einnahme entfällt.

Medizinisch geprüft

Fachlich freigegeben von Dr. med. Martin Kiebler, Facharzt für Gynäkologie — zuletzt aktualisiert am 02. Juni 2026.

Wirksamkeit

Pearl-Index 0,4–0,65 (perfekt), 0,9-1,18 (typisch)

Hormonell

Ja

Anwendung

3 Wochen tragen, 1 Woche Pause

Kosten

20€ / Monat

Wie wirkt diese Methode?

Die Hormone werden über die Scheidenschleimhaut aufgenommen und unterdrücken wie bei der Kombipille den Eisprung durch Hemmung von Hormonen der Hinranhangsdrüse (FSH und LH). Zusätzlich verdickt das Gestagen den Zervixschleim und verändert die Gebärmutterschleimhaut. Die vaginale Aufnahme führt zu stabileren Hormonspiegeln als die orale Einnahme, da Abbau über die Leber und Magen-Darm-Einflüsse (Erbrechen, Durchfall) entfallen.

Wirksamkeit im Detail

Perfekte Anwendung

0,4–0,65

Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahre

Typische Anwendung

0,9-1,18

Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahre

Die Lücke zwischen perfekter und typischer Anwendung entsteht vor allem durch verspätetes Wiedereinlegen nach der ringfreien Woche oder unbemerktes Herausrutschen des Rings, seltener durch Magen-Darm-Probleme wie bei der oralen Pille.

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Anwendung Schritt für Schritt

  1. Einlegen in die Scheide für 3 Wochen, danach 1 Woche Pause mit Abbruchblutung – die genaue Position im Körper spielt für die Wirkung keine Rolle.
  2. Nach der ringfreien Woche spätestens am 8. Tag neuen Ring einlegen, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
  3. Bei Herausrutschen von weniger als 3 Stunden: abspülen und wieder einlegen, kein zusätzlicher Schutz nötig.
  4. Bei Herausrutschen von mehr als 3 Stunden: neuen Ring einlegen, zusätzlich 7 Tage mit Kondom verhüten.

Vorteile & Nachteile

  • 3-wöchentlicher Wechsel statt täglich
  • Stabile Hormonabgabe
  • Thromboserisiko
  • Vaginale Reizungen möglich

Für wen geeignet — und wann eher nicht

Gut geeignet, wenn…

  • Personen, die tägliche Einnahme vermeiden, aber ein hormonelles Kombinationspräparat wünschen
  • Personen mit Schluckproblemen oder häufigem Erbrechen/Durchfall, die orale Einnahme unzuverlässig machen
  • Wunsch nach stabileren Hormonspiegeln über den Zyklus

Eher ungeeignet, wenn…

  • Raucherinnen ab 35 Jahren
  • Personen mit Thrombose-Vorgeschichte oder Migräne mit Aura
  • Personen, denen das Einlegen/Entfernen unangenehm ist oder die anatomische Einschränkungen haben

Nebenwirkungen & Schutz

Häufig

  • Vermehrter Scheidenausfluss oder -reizung
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • Kopfschmerzen, Übelkeit in den ersten Zyklen
  • Zwischenblutungen v.a. in den ersten 3 Monaten
  • Fremdkörpergefühl beim Geschlechtsverkehr (selten störend)

Selten, aber relevant

  • Tiefe Venenthrombose / Lungenembolie – vergleichbares bis leicht erhöhtes Risiko gegenüber oralen Kombipillen (je nach Gestagentyp der Pillen)
  • Arterielle Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall), v.a. bei Raucherinnen über 35

Wann diese Methode nicht eingesetzt werden sollte

  • Venöse oder arterielle Thrombose in der Vorgeschichte
  • Bekannte Blutgerinnungsstörung
  • Migräne mit Aura
  • Rauchen ab dem 35. Lebensjahr
  • Schwere Lebererkrankungen, hormonabhängige Tumoren
  • Ausgeprägte vaginale Senkungen oder Zustand, der das sichere Einlegen erschwert

Reversibilität & Kosten in DACH

Rückkehr der Fruchtbarkeit

Fruchtbarkeit kehrt nach Entfernen in der Regel innerhalb von 1–3 Zyklen zurück, vergleichbar mit der Kombipille.

Kosten DACH

Deutschland: ca. 20 € pro Monat als Selbstzahlerin, bis zum 22. Geburtstag von der GKV übernommen (Rezeptpflicht). Österreich: 20 €/Monat. Schweiz: 30 CHF/Monat, i.d.R. Selbstzahlerin.

Häufige Fragen

Quellen

Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Individuelle Eignung sollte mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprochen werden.

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