VerhütungStarkeEvidenzHormonell

Verhütungsstäbchen

· Unter die Haut im Oberarm eingelegtes Stäbchen mit 1 Hormon (Gestagen)

Das Verhütungsstäbchen ist ein etwa 4 cm langes, flexibles Kunststoffstäbchen, das unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird und dort kontinuierlich ein Gestagen freisetzt. Es zählt zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden überhaupt und wirkt bis zu 3 Jahre, ohne dass eine tägliche Mitwirkung nötig ist.

Medizinisch geprüft

Fachlich freigegeben von Dr. med. Martin Kiebler, Facharzt für Gynäkologie — zuletzt aktualisiert am 02. Juni 2026.

Wirksamkeit

Pearl-Index 0,05

Hormonell

Ja

Anwendung

Bis zu 3 Jahre

Kosten

250–350 €

Wie wirkt diese Methode?

Das Stäbchen gibt kontinuierlich ein Hormon (Etonogestrel) ab, das den Eisprung zuverlässig unterdrückt, ähnlich wie bei der Minipille. Zusätzlich verdickt es den Zervixschleim, sodass Spermien die Gebärmutter zusätzlich schwerer erreichen. Da die Freisetzung konstant über die Haut erfolgt, entfällt jede Abhängigkeit von Einnahmezeitpunkt oder Magen-Darm-Problemen.

Wirksamkeit im Detail

Perfekte Anwendung

0,05

Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahre

Typische Anwendung

0,1

Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahre

Das Verhütungsstäbchen hat praktisch keine Lücke zwischen perfekter und typischer Anwendung, da nach dem Einsetzen keine Mitwirkung der Anwenderin mehr nötig ist. Es gilt damit als eine der zuverlässigsten reversiblen Methoden überhaupt.

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Anwendung Schritt für Schritt

  1. Einlage durch eine geschulte Ärztin/einen geschulten Arzt unter lokaler Betäubung in die Innenseite des Oberarms direkt unter die Haut, dauert nur wenige Minuten.
  2. Wirkdauer bis zu 3 Jahre, danach Wechsel oder Entfernung.
  3. Das Stäbchen lässt sich unter der Haut ertasten; bei Unsicherheit kann die Lage per Ultraschall kontrolliert werden.
  4. Entfernung ebenfalls ambulant unter lokaler Betäubung.

Vorteile & Nachteile

  • Höchste Sicherheit aller Methoden
  • Keine tägliche Routine
  • Reversibel nach Entfernung
  • Zyklusunregelmäßigkeiten häufig
  • Kleiner operativer Eingriff zum Einsetzen/Entfernen unter örtlicher Betäubung

Für wen geeignet — und wann eher nicht

Gut geeignet, wenn…

  • Personen, die eine sehr zuverlässige Langzeitverhütung ohne tägliche oder wöchentliche Mitwirkung wünschen
  • Personen mit Kontraindikation gegen Östrogen
  • Personen, die unregelmäßige Blutungen zugunsten hoher Zuverlässigkeit in Kauf nehmen

Eher ungeeignet, wenn…

  • Personen mit hormonabhängigen Tumoren in der Vorgeschichte
  • Personen, die unregelmäßige Blutungen über mehrere Monate nicht tolerieren möchten
  • Personen mit ausgeprägter Angst vor kleinen chirurgischen Eingriffen an der Haut

Nebenwirkungen & Schutz

Häufig

  • Unregelmäßige Blutungen oder Schmierblutungen, teils über Monate
  • Ausbleiben der Periode bei einem Teil der Anwenderinnen
  • Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen
  • Gewichtsveränderungen (individuell unterschiedlich, nicht bei allen)
  • Hautveränderungen wie Akne

Selten, aber relevant

  • Infektion oder Blutergussbildung an der Einsatzstelle
  • Schwierige Tastbarkeit oder Verlagerung des Stäbchens, die die Entfernung erschwert
  • Sehr geringes Thromboserisiko (niedriger als bei östrogenhaltigen Methoden)

Wann diese Methode nicht eingesetzt werden sollte

  • Bestehende oder kürzlich zurückliegende venöse Thrombose
  • Hormonabhängige Tumoren, insbesondere Brustkrebs
  • Schwere Lebererkrankungen
  • Unklare vaginale Blutungen

Reversibilität & Kosten in DACH

Rückkehr der Fruchtbarkeit

Nach Entfernung kehrt die Fruchtbarkeit rasch zurück, meist innerhalb weniger Wochen, da kein Depoteffekt wie bei der 3-Monats-Spritze besteht.

Kosten DACH

Deutschland: einmalig ca. 250–350 € für Material, Einlage und Entfernung, bis zum 22. Geburtstag von der GKV übernommen. Österreich: ca. 250–350 €. Schweiz: ca. 300–400 CHF, i.d.R. Selbstzahlerleistung.

Häufige Fragen

Quellen

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